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VwV Kolibri

 

 

Verwaltungsvorschrift des Kultusministeriums zur Umsetzung der Gesamtkon-

zeption Kompetenzen verlÀsslich voranbringen (VwV Kolibri)

Vom 22. Oktober 2019 - Az.. 31-6937.30/262/1-

1.

Ziele der Förderung frĂŒhkindlicher Bildungsprozesse

Kinder haben ein Recht auf bestmögliche Bildung, Erziehung und Betreu- ung. Die frĂŒhen Lebensjahre sind prĂ€gend fĂŒr die persönliche und soziale Entwicklung und bilden die entscheidende Grundlage fĂŒr eine erfolgreiche Bildungsbiografie. Die QualitĂ€t frĂŒhkindlicher Bildung und Erziehung ist der erste entscheidende Baustein in der Bildungsbiografie von Heranwach- senden. Von dieser QualitĂ€t hĂ€ngen sowohl individuelle Bildungs- als auch ökonomische Wachstumschancen gleichermaßen ab und sie ist somit in mehrfacher Hinsicht eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und Heraus-

forderung.

Aufbauend auf die alltagsintegrierte Sprachförderung und den bewĂ€hrten Landesprogrammen „Sprachförderung in allen Tageseinrichtungen fĂŒr Kinder mit Zusatzbedarf“ (SPATZ) und dem Projekt „Schulreifes Kind“ (SRK) wurde die Gesamtkonzeption „Kompetenzen verlĂ€sslich voranbrin- gen“ (Kolibri) erarbeitet, die neben der Sprachförderung die Förderung zu- sĂ€tzlicher Entwicklungsbereiche wie die mathematischen VorlĂ€uferfĂ€hig- keiten, die Motorik sowie die sozial-emotionalen Kompetenzen umfasst.

FĂŒr die Neukonzeption wurden die Maßnahmen optimiert und erweitert.

Die Verwaltungsvorschrift umfasst die Förderung von Entwicklungsge- sprĂ€chen sowie von Sprachfördermaßnahmen fĂŒr Kinder mit intensivem Sprachförderbedarf, die KindergĂ€rten oder Tageseinrichtungen mit alters- gemischten Gruppen gemĂ€ĂŸ § 1 Absatz 1 Satz 2 Nummer 1 Kindertages- betreuungsgesetz (KiTaG) oder die Kindertagespflege in anderen geeig-

neten RĂ€umen besuchen.

ZusĂ€tzlich unterstĂŒtzt das Land die Qualifizierung von pĂ€dagogischen FachkrĂ€ften in den Bereichen der mathematischen VorlĂ€uferfĂ€higkeiten,

der motorischen FĂ€higkeiten oder der sozial-emotionalen Kompetenzen.

 

 

2.

Rechtsgrundlagen

Zuwendungen nach dieser Verwaltungsvorschrift werden im Rahmen der im Staatshaushaltsplan verfĂŒgbaren Mittel nach Maßgabe dieser Verwal- tungsvorschrift, der §§ 23 und 44 Landeshaushaltsordnung (LHO) und der Verwaltungsvorschriften hierzu sowie der maßgeblichen Bestimmungen des Landesverwaltungsverfahrensgesetzes als freiwillige Leistungen des

Landes gewÀhrt. Ein Rechtsanspruch auf Förderung besteht nicht.

3.

EntwicklungsgesprÀch

3.1

Zielsetzung

Die UnterstĂŒtzung des Bildungs- und Erziehungsprozesses von Kindern verlangt eine enge Abstimmung von pĂ€dagogischen FachkrĂ€ften und den Erziehungsberechtigten. Der Austausch ĂŒber den Förderbedarf des Kin-

des ist eine wichtige Voraussetzung fĂŒr dessen bestmögliche Förderung.

3.2

Zuwendungszweck

Das Land Baden-WĂŒrttemberg gewĂ€hrt Zuwendungen im Rahmen der verfĂŒgbaren Mittel fĂŒr EntwicklungsgesprĂ€che in KindergĂ€rten oder Ta- geseinrichtungen mit altersgemischten Gruppen gemĂ€ĂŸ § 1 Absatz 1 Satz

2 Nummer 1 KiTaG nach Maßgabe dieser Verwaltungsvorschrift.

3.3

ZuwendungsempfÀnger

ZuwendungsempfĂ€nger fĂŒr die DurchfĂŒhrung eines Entwicklungsge-

sprÀchs können sein:

-

kommunale und freie TrÀger im Sinne von § 8 Absatz 1 Satz 1 KiTaG von KindergÀrten und Tageseinrichtungen mit altersge-

mischten Gruppen gemĂ€ĂŸ § 1 KiTaG,

-

geeignete andere juristische Personen (zum Beispiel gemeinnĂŒt- zige Einrichtungen der Wohlfahrtspflege, eingetragene Vereine); die Eignung muss durch eine BestĂ€tigung des TrĂ€gers, mit des- sen Kindergarten oder Tageseinrichtung mit altersgemischten

Gruppen eine Kooperation besteht, nachgewiesen werden.

 

 

3.4

Zuwendungsvoraussetzungen

Wird in Schritt 1 der Einschulungsuntersuchung ein intensiver Förderbe- darf in den Bereichen der sprachlichen Entwicklung, der mathematischen VorlĂ€uferfĂ€higkeiten, der motorischen FĂ€higkeiten oder der sozial- emotionalen Kompetenzen festgestellt, bietet der Kindergarten oder die Tageseinrichtung mit altersgemischten Gruppen gemĂ€ĂŸ § 1 Absatz 1 Satz 2 Nummer 1 KiTaG den Erziehungsberechtigten ein Entwicklungsge- sprĂ€ch an.

Gegenstand des EntwicklungsgesprĂ€chs sind insbesondere die Ergebnis- se der Einschulungsuntersuchung, die möglichen Förderbereiche, die in Betracht kommenden oder bereits eingeleiteten Fördermaßnahmen sowie

die weitere Förderplanung.

Das GesprĂ€ch fĂŒhrt eine in der Kindertageseinrichtung tĂ€tige pĂ€dagogi- sche Fachkraft im Sinne des § 7 Absatz 1 KiTaG; diese dokumentiert das GesprĂ€ch. Weitere Expertinnen und Experten und - in Abstimmung mit der Schule - die zustĂ€ndige Kooperationslehrkraft können hinzugezogen wer-

den.

Die datenschutzrechtlichen EinwilligungserklÀrungen der Erziehungsbe-

rechtigten mĂŒssen vorliegen.

3.5

Höhe der Zuwendungen

FĂŒr die DurchfĂŒhrung eines EntwicklungsgesprĂ€chs erhĂ€lt der Zuwen-

dungsempfÀnger eine Zuwendung in Höhe von 20 Euro.

4.

Sprachförderung

4.1

Zielsetzung

Sprache ist der SchlĂŒssel fĂŒr Bildungsbeteiligung und gesellschaftliche Teilhabe. Kontinuierliche Sprachbildung, Begleitung des Spracherwerbs und konsequente Sprachförderung von Anfang an unter Einbeziehung der Erziehungsberechtigten sind ein wichtiger Aufgabenbereich der frĂŒhkindli-

chen Bildung und Erziehung.

Das Bildungs- und Entwicklungsfeld „Sprache“ ist zentrales Element des

 

 

Orientierungsplans fĂŒr Bildung und Erziehung in baden- wĂŒrttembergischen KindergĂ€rten und weiteren Kindertageseinrichtungen. Die alltagsintegrierte Sprachbildung zieht sich wie ein roter Faden durch alle Bildungs- und Entwicklungsfelder des Orientierungsplans. Die Sprachkompetenz aller Kinder wird durch eine ganzheitlich ausgerichtete alltagsintegrierte Sprachbildung in der Kindertageseinrichtung sowie in der

Kindertagespflege gefördert.

Kinder mit intensivem Sprachförderbedarf, die KindergĂ€rten oder Tages- einrichtungen mit altersgemischten Gruppen gemĂ€ĂŸ § 1 Absatz 1 Satz 2 Nummer 1 KiTaG oder die eine Kindertagespflege in anderen geeigneten RĂ€umen besuchen, können Sprachfördermaßnahmen nach dieser Verwal- tungsvorschrift erhalten, die auf der alltagsintegrierten Sprachförderung aufbauen. Diese Kinder sollen ihre Sprach- und KommunikationsfĂ€higkeit in der deutschen Sprache durch systematische sprachanregende Maß- nahmen so verbessern, dass ihnen anschließend in der Schule eine er- folgreiche Bildungsteilhabe sowie gesellschaftliche Teilhabe ermöglicht

werden.

4.2

Zuwendungszweck

Das Land Baden-WĂŒrttemberg gewĂ€hrt Zuwendungen im Rahmen der verfĂŒgbaren Mittel fĂŒr die nachfolgend aufgefĂŒhrten Sprachfördermaß- nahmen fĂŒr Kinder mit intensivem Sprachförderbedarf, die KindergĂ€rten oder Tageseinrichtungen mit altersgemischten Gruppen gemĂ€ĂŸ § 1 Ab- satz 1 Satz 2 Nummer 1 KiTaG oder eine Kindertagespflege in anderen geeigneten RĂ€umen besuchen, nach Maßgabe dieser Verwaltungsvor-

schrift.

4.3

ZuwendungsempfÀnger

4.3.1

Sprachfördermaßnahme Intensive Sprachförderung plus (ISF+)

ZuwendungsempfĂ€nger fĂŒr die Sprachfördermaßnahme ISF+ in allen drei

Kindergartenjahren können sein

-

kommunale und freie TrÀger im Sinne von § 8 Absatz 1 Satz 1 KiTaG von KindergÀrten und Tageseinrichtungen mit altersge-

mischten Gruppen gemĂ€ĂŸ § 1KiTaG,

 

 

-

geeignete andere juristische Personen (zum Beispiel gemeinnĂŒt-

zige Einrichtungen der Wohlfahrtspflege, eingetragene Vereine),

-

geeignete Gesellschaften des bĂŒrgerlichen Rechts (zum Beispiel

Kinder- und Familienzentren, MĂŒtter- und Familienzentren),

-

die Stelle nach Nummer 4.4.3.3.

Die im zweiten und dritten Spiegelstrich Genannten mĂŒssen ihre Eignung durch eine BestĂ€tigung des KindergartentrĂ€gers ĂŒber eine enge Koopera-

tion mit einem Kindergarten nachweisen.

Wird die Sprachfördermaßahme in einer Kindertagespflege in anderen geeigneten RĂ€umen durchgefĂŒhrt, obliegt es der Stelle nach Nummer

4.4.3.3 den Zuwendungsbetrag an die qualifizierte Sprachförderkraft, die die Sprachfördermaßnahme durchfĂŒhrt, nach Nummer 12 der Verwal-

tungsvorschrift zu § 44 LHO weiterzugeben.

4.3.2

Sprachfördermaßnahme Singen - Bewegen - Sprechen (SBS)

ZuwendungsempfĂ€nger fĂŒr die Sprachfördermaßnahme SBS können aus- schließlich kommunale und freie TrĂ€ger von KindergĂ€rten und Tagesein-

richtungen mit altersgemischten Gruppen gemĂ€ĂŸ § 1 KiTaG sein.

Kooperationspartner in SBS-Bildungskooperationen sind öffentliche Mu- sikschulen und solche, die gemĂ€ĂŸ § 75 Sozialgesetzbuch VIII in Verbin- dung mit § 11 Kinder- und Jugendhilfegesetz fĂŒr Baden-WĂŒrttemberg und

§ 4 Jugendbildungsgesetz als TrĂ€ger der außerschulischen Jugendbildung anerkannt sind, eingetragene und als gemeinnĂŒtzig anerkannte Vereine

der Amateurmusik sowie kirchliche Institutionen.

Dem ZuwendungsempfÀnger obliegt es, den Zuwendungsbetrag an den

Kooperationspartner weiterzugeben gemĂ€ĂŸ Nummer 12 der Verwaltungs- vorschrift zu § 44 LHO.

4.4

Zuwendungsvoraussetzungen

4.4.1

Förderung in Sprachfördergruppen

 

 

FĂŒr die Sprachfördermaßnahmen sind Fördergruppen zu bilden. Die GruppengrĂ¶ĂŸe und die Höhe der Zuwendungen pro Gruppe ergeben sich aus Nummer 4.4.6.3, Nummer 4.4.7.3 und Nummer 4.5. Ein Förderantrag kann nur fĂŒr eine Fördergruppe mit Kindern gestellt, fĂŒr die ein intensiver

Sprachförderbedarf nach Nummer 4.4.4 festgestellt wurde.

4.4.2

Die Zustimmung der Erziehungsberechtigten zur Teilnahme des Kindes an den Sprachfördermaßnahmen sowie die zur DurchfĂŒhrung der Sprachför- dermaßnahmen erforderlichen datenschutzrechtlichen EinwilligungserklĂ€-

rungen der Erziehungsberechtigten mĂŒssen vorliegen.

4.4.3

Förderwege

4.4.3.1

Wird festgestellt, dass Kinder ĂŒber die alltagsintegrierte UnterstĂŒtzung der Sprachentwicklung hinaus einen intensiven Sprachförderbedarf haben, können sie eine zusĂ€tzliche Sprachförderung in Sprachfördergruppen er- halten, die auf der alltagsintegrierten Sprachförderung aufbaut. Nach Maßgabe der Nummern 4.4.3.2 und 4.4.3.3 stehen dazu zwei Förderwege

zur VerfĂŒgung:

-

ISF+:

Die ISF+ wird von einer qualifizierten Sprachförderkraft fĂŒr Kin- der ab zwei Jahren und sieben Monaten bis zum Schuleintritt

durchgefĂŒhrt.

-

SBS:

Die Sprachförderung im Rahmen der SBS-Bildungskooperation wird fĂŒr Kinder ab drei Jahren bis zum Schuleintritt von einem Tandem, bestehend aus einer fĂŒr SBS zertifizierten musikpĂ€da- gogischen Fachkraft sowie einer pĂ€dagogischen Fachkraft im Sinne des § 7 Absatz 1 KiTaG oder einer qualifizierten Sprach-

förderkraft, durchgefĂŒhrt.

4.4.3.2

Entsprechend seines individuellen Sprachförderbedarfs wird fĂŒr das Kind in einer Kindertageseinrichtung entweder der Förderweg ISF+ oder SBS gewĂ€hlt; dazu beantragt der TrĂ€ger jeweils fĂŒr eine Sprachfördergruppe

den entsprechenden Förderweg.

 

 

Wird aufgrund der Sprachstandsdiagnose SETK 3-5 im Rahmen des Schritts 1 der Einschulungsuntersuchung ein intensiver Förderbedarf fest- gestellt, ist in der Regel eine Förderung durch die Sprachfördermaßnahme

ISF+ im letzten Kindergartenjahr zu wÀhlen.

4.4.3.3

Kinder mit intensivem Sprachförderbedarf in einer Kindertagespflege in anderen geeigneten RĂ€umen erhalten die Sprachfördermaßnahme ISF+, wenn in der Kindertagespflege mindestens sechs Kinder gleichzeitig be- treut werden. Dazu beantragt eine vom Kultusministerium beauftragte Stelle jeweils fĂŒr eine Sprachfördergruppe diese Sprachfördermaßnahme. Die Förderung von Kindern in einer Kindertagespflege durch die Sprach-

fördermaßnahme SBS ist ausgeschlossen.

4.4.4

Feststellung des Sprachstands und Dokumentation

Die Feststellung, ob ein intensiver Sprachförderbedarf besteht, erfolgt auf der Grundlage strukturierter Beobachtungsverfahren zur Erhebung des Sprachstands, die von einer pĂ€dagogischen Fachkraft im Sinne des § 7 Absatz 1 KiTaG oder einer qualifizierten Sprachförderkraft durchgefĂŒhrt werden. Wird durch die Sprachstandsdiagnose SETK 3-5 im Rahmen des Schritts 1 der Einschulungsuntersuchung ein Sprachförderbedarf festge- stellt, wird dies bei der Feststellung nach Satz 1 berĂŒcksichtigt. Der indivi- duelle Sprachentwicklungsprozess ist wĂ€hrend der Sprachfördermaßnah-

me ISF+ zu protokollieren.

FĂŒr die Feststellung des Sprachstands und fĂŒr die Dokumentation des Sprachentwicklungsprozesses muss die datenschutzrechtliche Einwilli-

gung der Erziehungsberechtigten vorliegen.

4.4.5

Einbindung der Erziehungsberechtigten

Im Sinne einer Erziehungspartnerschaft werden die Erziehungsberechtig- ten ĂŒber den Sprachstand und die Sprachentwicklung ihres an der Sprachfördermaßnahme teilnehmenden Kindes mindestens zu Beginn und am Ende der Sprachförderung informiert. Hierbei wird auch die Be- deutung der Sprachförderung fĂŒr den gesamten Entwicklungsprozess des

Kindes aufgezeigt.

 

 

Wird deutlich, dass die Sprachfördermaßnahme fĂŒr den zusĂ€tzlichen Sprachförderbedarf des Kindes nicht ausreicht, erhalten die Erziehungs- berechtigten Hinweise auf die vor Ort gegebenen Möglichkeiten der weite- ren diagnostischen AbklĂ€rung, wie zum Beispiel durch die Einbeziehung

der FrĂŒhförderstellen.

4.4.6

ISF+

Gefördert werden können Kinder ab einem Alter von zwei Jahren und sie- ben Monaten bis zu ihrer Einschulung durch qualifizierte SprachförderkrĂ€f- te gemĂ€ĂŸ Nummer 4.4.6.2, die ĂŒber die in der Kindertageseinrichtung und Kindertagespflege in anderen geeigneten RĂ€umen geleistete alltagsinte- grierte UnterstĂŒtzung der Sprachentwicklung hinaus eine zusĂ€tzliche in-

tensive Sprachförderung benötigen.

4.4.6.1

Die Sprachfördermaßnahme baut auf der alltagsintegrierten Sprachförde- rung auf. Sie setzt an den bislang erworbenen sprachlichen Kompetenzen des Kindes an und erweitert diese gezielt. Durch sprachbildungsrelevante Impulse und AnlĂ€sse wird eine umfassende systematische UnterstĂŒtzung der weiteren Sprachentwicklung der Kinder in folgenden Bereichen er-

reicht:

-

Förderung der Sprechfreude und der kindlichen Sprechhandlun-

gen,

-

Förderung des Sprachverstehens,

-

Erweiterung des Wortschatzes,

-

Förderung der phonologischen Bewusstheit,

-

UnterstĂŒtzung der grammatikalischen Entwicklung,

-

Förderung der VorlÀuferfÀhigkeiten zum Schriftspracherwerb (Li-

teracy) und

-

UnterstĂŒtzung der sozial-emotionalen Entwicklung.

Die Sprachförderung ist nach dem Orientierungsrahmen zur qualitativen

Umsetzung des Förderwegs ISF+ durchzufĂŒhren.

 

 

4.4.6.2

Die Sprachfördermaßnahme ISF+ wird von qualifizierten SprachförderkrĂ€f-

ten durchgefĂŒhrt. Eine qualifizierte Sprachförderkraft

-

kennt die Grundlagen des Spracherwerbs und der Sprachent-

wicklung,

-

verfĂŒgt ĂŒber Kenntnisse zum Erst- und Zweitspracherwerb,

-

ist mit den aktuellen Verfahren der Sprachstandserhebung ver-

traut,

-

verfĂŒgt ĂŒber vertiefte fachdidaktische Kompetenzen in der

Sprachbildung und Sprachförderung im Elementarbereich,

-

kann auf der Grundlage ihrer Expertise Sprachförderkonzepte und -maßnahmen im Elementarbereich beurteilen, diese gezielt

einsetzen und eine individuelle Förderplanung erstellen und

-

verfĂŒgt ĂŒber pĂ€dagogische und kommunikative Kompetenzen im

Umgang mit Kindern und deren Eltern.

Diese Kenntnisse und Kompetenzen mĂŒssen aufgrund von Qualifizie- rungsmaßnahmen erworben worden sein. Geeignete Nachweise ĂŒber die Qualifizierungsmaßnahmen sind zu erbringen; diese sind bei Sprachför- dermaßnahmen, die in der Kindertageseinrichtung durchgefĂŒhrt werden, dem TrĂ€ger der Kindertageseinrichtung und bei Sprachfördermaßnahmen, die in der Kindertagespflege in anderen geeigneten RĂ€umen durchgefĂŒhrt

werden, der Stelle nach Nummer 4.4.3.3, vorzulegen.

4.4.6.3

Eine Sprachfördergruppe ISF+ wird aus mindestens drei und höchstens sieben Kindern gebildet. Gibt es in der Kindertageseinrichtung oder Kin- dertagespflege in anderen geeigneten RĂ€umen weniger als drei Kinder, die die Sprachfördermaßnahme ISF + erhalten sollen, kann die Mindest-

gruppengrĂ¶ĂŸe von drei Kindern unterschritten werden.

Bei mehr als sieben Kindern, die die Sprachfördermaßnahme ISF+ erhal-

ten, werden weitere Fördergruppen nach Maßgabe des Satzes 1 gebildet.

 

 

Bei der Bildung von Gruppen ist der Grundsatz der sparsamen Verwen-

dung von Fördermitteln zu beachten.

4.4.6.4

Die Sprachfördermaßnahme fĂŒr eine Fördergruppe mit drei bis sieben Kindern muss 120 Zeitstunden umfassen. Zeiten, die die qualifizierte Sprachförderkraft fĂŒr die Vor- und Nachbereitung, fĂŒr den Austausch mit den pĂ€dagogischen FachkrĂ€ften und den Erziehungsberechtigten sowie fĂŒr weitere GesprĂ€che aufwendet, können bis zu einem Umfang von 40 Zeitstunden auf die Sprachfördermaßnahm angerechnet werden. Die un- mittelbare Förderung des Kindes darf 60 Zeitstunden nicht unterschreiten; im Falle einer Unterschreitung ist die Sprachfördermaßnahme nicht - auch

nicht anteilig - förderfÀhig.

Die Sprachfördermaßnahme fĂŒr eine Fördergruppe mit einem Kind oder zwei Kindern muss 100 Zeitstunden umfassen. Zeiten, die die qualifizier- ten Sprachförderkraft fĂŒr die Vor- und Nachbereitung, fĂŒr den Austausch mit den pĂ€dagogischen FachkrĂ€ften und den Erziehungsberechtigten so- wie fĂŒr weitere GesprĂ€che aufwendet, können bis zu einem Umfang von 40 Zeitstunden auf die Sprachfördermaßnahm angerechnet werden; die unmittelbare Förderung des Kindes darf 50 Zeitstunden nicht unterschrei- ten; im Falle einer Unterschreitung ist die Sprachfördermaßnahme nicht -

auch nicht anteilig - förderfÀhig.

4.4.7

SBS

Gefördert werden können Kinder ab drei Jahren bis zum Schuleintritt im Rahmen der SBS-Bildungskooperation durch qualifizierte FachkrĂ€fte ge- mĂ€ĂŸ Nummer 4.4.7.2, die in der Kindertageseinrichtung oder im Schulkin- dergarten ĂŒber die alltagsintegrierte UnterstĂŒtzung der Sprachentwicklung

hinaus eine zusÀtzliche intensive Sprachförderung benötigen.

4.4.7.1

Die Sprachentwicklung soll durch das Singen, das Sichbewegen, das Sprechen unter besonderer BerĂŒcksichtigung der Rhythmik gefördert wer- den. Die Sprachförderung ist nach dem Rahmenplan „Singen-Bewegen-

Sprechen im Kindergarten“ durchzufĂŒhren.

4.4.7.2

SBS-Sprachfördermaßnahmen können durch eine in den Alltag der Kin-

dertageseinrichtung integrierte SBS-Bildungskooperation erfolgen.

 

 

Bei der Sprachförderung im Rahmen der SBS-Bildungskooperation wird die Maßnahme von einem Tandem, bestehend aus einer fĂŒr SBS zertifi- zierten musikpĂ€dagogischen Fachkraft sowie einer pĂ€dagogischen Fach- kraft gemĂ€ĂŸ § 7 Absatz 1 KiTaG oder einer qualifizierten Sprachförder-

kraft, durchgefĂŒhrt.

Die fĂŒr SBS zertifizierte musikpĂ€dagogische Fachkraft muss ĂŒber eine ab- geschlossene Hochschulausbildung in der Elementaren MusikpĂ€dago- gik/Rhythmik oder verwandten FĂ€chern verfĂŒgen. Als eine fĂŒr SBS zertifi- zierte musikpĂ€dagogische Fachkraft gilt auch eine Lehrkraft, die aufgrund gleichwertiger FĂ€higkeiten und ihrer Erfahrungen entsprechende TĂ€tigkei- ten ausĂŒbt und ĂŒber langjĂ€hrige Unterrichtserfahrung in der musikalischen

FrĂŒherziehung verfĂŒgt.

Die SBS-Zertifizierung obliegt der Arbeitsgemeinschaft „Singen-Bewegen-

Sprechen“ (ARGE SBS) in Abstimmung mit dem Kultusministerium.

4.4.7.3

Eine Sprachfördergruppe besteht aus mindestens neun Kindern; diese wird aus mindestens drei Kindern mit intensivem Sprachförderbedarf, die nicht die Fördermaßnahme ISF+ erhalten, gebildet. In die Sprachförder- gruppe können weitere Kinder aufgenommen werden, bis eine Gruppen-

grĂ¶ĂŸe von 20 Kindern erreicht ist.

Bei mehr als sieben Kindern, die die Sprachfördermaßnahme SBS erhal- ten, werden weitere Fördergruppen nach Maßgabe der SĂ€tze 1 und 2 ge-

bildet.

Bei der Bildung von Gruppen ist der Grundsatz der sparsamen Verwen-

dung von Fördermitteln zu beachten.

4.4.7.4

Die Sprachfördermaßnahme SBS wird fĂŒr Kinder ab drei Jahren bis zum

Schuleintritt mit jĂ€hrlich 36 Zeitstunden durchgefĂŒhrt.

FörderumfÀnge von weniger als 30 Zeitstunden sind nicht - auch nicht an-

teilig - förderfÀhig.

4.5

Höhe der Zuwendungen

4.5.1

Sprachfördermaßnahme ISF+

 

 

FĂŒr den Förderzeitraum, der ein Kindergartenjahr umfasst, erhĂ€lt der Zu-

wendungsempfĂ€nger fĂŒr die Sprachförderung eine Zuwendung in Höhe von

-

2 200 Euro fĂŒr eine Sprachfördergruppe, die aus drei bis sieben Kindern besteht,

1 200 Euro fĂŒr eine Sprachfördergruppe, die aus einem Kind

oder zwei Kindern besteht.

-

Die Zuwendungen sind ausschließlich fĂŒr Personalaufwendungen zu ver-

wenden.

4.5.2

Sprachfördermaßnahme SBS

FĂŒr den Förderzeitraum, der ein Kindergartenjahr umfasst, erhĂ€lt der Zu- wendungsempfĂ€nger fĂŒr die Sprachförderung eine Zuwendung in Höhe

von 2 200 Euro pro Sprachfördergruppe nach Nummer 4.4.7.3.

Die Zuwendungen sind ausschließlich fĂŒr Personalaufwendungen der Ko- operationspartner zu verwenden, die diesen fĂŒr die gemeinsame Durch- fĂŒhrung der SBS-Bildungskooperation mit den KindergĂ€rten und Tagesein-

richtungen mit altersgemischten Gruppen entstehen.

5.

Art und Umfang der Zuwendungen

5.1

Auf Antrag werden bei Vorliegen der Zuwendungsvoraussetzungen nach Nummer 3.4 und Nummer 4.4. die Zuwendungen als Projektförderung im Wege der Festbetragsfinanzierung in Form von ZuschĂŒssen gewĂ€hrt.

Der Antrag ist auf dem hierfĂŒr vorgesehenen Formular zu stellen.

Der Antragssteller hat die Namen der am EntwicklungsgesprÀch nach Nummer 3 teilnehmenden Erziehungsberechtigten sowie die Namen der

betreffenden Kinder zum Zeitpunkt der Antragstellung zu erfassen.

Der Antragssteller hat die Namen der nach Nummer 4 zu fördernden Kin- der zum Zeitpunkt der Antragstellung zu erfassen und wÀhrend des ge-

samten Zeitraums der Maßnahme VerĂ€nderungen zu dokumentieren.

 

 

Der Antragssteller ist verpflichtet, unverzĂŒglich gegenĂŒber der Landeskre- ditbank Baden-WĂŒrttemberg – Förderbank (L-Bank) jede fĂŒr die Förderung relevante SachverhaltsĂ€nderung anzuzeigen, wie zum Beispiel die Ände- rung der Anzahl der nach Nummer 4.4.6. zu fördernden Kinder, wenn die-

se unter die MindestgrĂ¶ĂŸe nach Nummer 4.4.6.3 absinkt.

Dies gilt auch, wenn die Maßnahmen nach Nummer 3 oder Nummer 4

nicht durchgefĂŒhrt oder vorzeitig beendet werden.

5.2

Maßnahmen nach Nummer 3 oder Nummer 4 dĂŒrfen nicht ĂŒber mehrere

Landesförderprogramme zugleich bezuschusst werden.

6.

Antrags- und Bewilligungsverfahren, Auszahlung, RĂŒckforderung

6.1

Antragstellung

Die Zuwendungen werden auf schriftlichen Antrag gewĂ€hrt. FörderantrĂ€ge mĂŒssen bis spĂ€testens 30. November des Förderjahres bei der L-Bank

gestellt werden.

FörderantrĂ€ge auf Zuwendung fĂŒr ein EntwicklungsgesprĂ€ch nach Num-

mer 3 können nur nach dessen DurchfĂŒhrung gestellt werden.

6.2

ZustÀndigkeit der L-Bank

Der Zuschuss wird von der L-Bank im Rahmen der verfĂŒgbaren Mittel be-

willigt.

FĂŒr das Verfahren (Bewilligung, Auszahlung, VerwendungsprĂŒfung und RĂŒckforderung) ist die L-Bank zustĂ€ndig. In Streitigkeiten nach dieser Verwaltungsvorschrift vertritt sie das Land Baden-WĂŒrttemberg gerichtlich

und außergerichtlich.

Die L-Bank ist berechtigt, BĂŒcher, Belege, Nachweise und sonstige Unter- lagen anzufordern, soweit diese zur PrĂŒfung im Bewilligungsverfahren und zur PrĂŒfung der zweckentsprechenden Verwendung der gewĂ€hrten Zu- wendung benötigt werden. Der ZuwendungsempfĂ€nger hat diese der L-

Bank auf Anforderung unverzĂŒglich vorzulegen.

 

 

6.3

Bewilligung und Auszahlung

6.3.1

Der Förderzeitraum umfasst ein Kindergartenjahr.

6.3.2

Abweichend von Nummer 1.2 der Verwaltungsvorschrift zu § 44 LHO darf die Zuwendung auch fĂŒr solche Vorhaben bewilligt werden, die bereits be- gonnen worden sind. Der Beginn erfolgt auf Risiko des Zuwendungsemp- fĂ€ngers. Abweichend von Nummer 1.4 der Allgemeinen Nebenbestim- mungen fĂŒr Zuwendungen zur Projektförderung (ANBest-P) erfolgt die Auszahlung der Zuwendung durch die L-Bank in maximal zwei TeilbetrĂ€- gen nach Eintritt der Bestandskraft des Zuwendungsbescheides, frĂŒhes-

tens jedoch zum 1. Januar des Bewilligungszeitraums.

6.3.3

Die Auszahlung fĂŒr die Gruppenförderung gemĂ€ĂŸ Nummer 4.4.6 und Nummer 4.4.7 erfolgt nicht vor Beginn der Sprachfördermaßnahme und umfasst den Betrag, der dem ZuwendungsempfĂ€nger fĂŒr die Gruppenför-

derung bewilligt wurde.

6.3.4

Die bestimmungsgemĂ€ĂŸe Verwendung der Zuwendung ist der L-Bank ge- genĂŒber bis zum 31. Januar des auf den Bewilligungszeitraum folgenden Jahres nachzuweisen. So lange der Verwendungsnachweis fĂŒr die bereits bewilligte Förderung des Vorjahres nicht vollstĂ€ndig erbracht ist, muss ei- ne Förderung fĂŒr das Folgejahr nicht bewilligt werden. Es wird ein einfa- cher Verwendungsnachweis zugelassen (Nummer 6.6 ANBest-P); dieser besteht bei dem EntwicklungsgesprĂ€ch nach Nummer 3 aus dem vom ZuwendungsempfĂ€nger vorzulegenden Sachbericht und dem zahlenmĂ€- ßigen Nachweis ĂŒber die Anzahl der durchgefĂŒhrten EntwicklungsgesprĂ€- che und bei den Sprachfördermaßnahmen nach Nummer 4 aus dem vom ZuwendungsempfĂ€nger vorzulegenden Sachbericht, dem zahlenmĂ€ĂŸigen Nachweis der Stunden und gegebenenfalls der VerĂ€nderung der Anzahl

der teilnehmenden Kinder.

Der Verwendungsnachweis ist auf dem hierfĂŒr vorgesehenen Formular zu

erbringen.

6.3.5

Die L-Bank kann entsprechend den ĂŒblichen Rundungsregeln auf Eurobe-

trÀge ab- und aufrunden.

 

 

6.3.6

Wenn die im Staatshaushaltsplan verfĂŒgbaren Mittel nach Nummer 2 nicht

ausreichen, kann eine vom Kultusministerium festgelegte Reduzierung der in den Nummern 3.5 und 4.5 festgesetzten HöchstförderbetrÀge erfolgen.

6.4

Widerruf des Zuwendungsbescheids

6.4.1

Ein Widerruf des Zuwendungsbescheids und eine anteilige RĂŒckforderung

bleiben vorbehalten, wenn

-

bei einer Sprachfördermaßnahme nach Nummer 4.4.6 wĂ€hrend des Förderzeitraums in der Sprachfördergruppe nach Nummer

4.4.6.3 die Anzahl der förderberechtigten Kinder, die die

Sprachfördermaßnahme ISF+ erhalten, unter drei Kinder fĂ€llt,

-

bei einer Sprachfördermaßnahme nach Nummer 4.4.7 wĂ€hrend des Förderzeitraums in der Sprachfördergruppe nach Nummer

4.4.7.3 die Anzahl der förderberechtigten Kinder, die die Sprach-

fördermaßnahme SBS erhalten, unter drei Kinder fĂ€llt,

-

in einer Sprachfördergruppe nach Nummer 4.4.6.4 Absatz 1 we- niger als 80 Zeitstunden, die die unmittelbare Förderung des

Kindes betreffen, durchgefĂŒhrt werden,

-

in einer Sprachfördergruppe nach Nummer 4.4.6.4 Absatz 2 we- niger als 60 Zeitstunden, die die unmittelbare Förderung des

Kindes betreffen, durchgefĂŒhrt werden oder

-

in einer Sprachfördergruppe nach Nummer 4.4.7 weniger als 36

Zeitstunden durchgefĂŒhrt werden.

6.4.2

Ein Widerruf des Zuwendungsbescheids und eine RĂŒckforderung des ge-

samten Zuwendungsbetrags bleiben vorbehalten, wenn

-

in einer Sprachfördergruppe nach Nummer 4.4.6.4 Absatz 1 we- niger als 60 Zeitstunden, die die unmittelbare Förderung des

Kindes betreffen, durchgefĂŒhrt werden,

 

 

-

in einer Sprachfördergruppe nach Nummer 4.4.6.4 Absatz 2 we-

niger als 50 Zeitstunden, die die unmittelbare Förderung des Kindes betreffen, durchgefĂŒhrt werden oder

-

in einer Sprachfördergruppe nach Nummer 4.4.7 weniger als 30

Zeitstunden durchgefĂŒhrt werden.

6.4.3

In den FĂ€llen der Nummern 6.4.1 und 6.4.2 kann von einem Widerruf des Zuwendungsbescheids und einer RĂŒckforderung abgesehen werden, wenn nachtrĂ€glich UmstĂ€nde eintreten, die zu einer Absenkung der Grup- pengrĂ¶ĂŸe beziehungsweise zu einer Verminderung der zu leistenden Zeit- stunden fĂŒhren oder gefĂŒhrt haben und diese fĂŒr den Zuwendungsberech- tigten zum Zeitpunkt des Beginns der Maßnahme weder absehbar waren,

noch von ihm zu vertreten sind.

6.5

TrÀgerschreiben

Hinweise und ErlĂ€uterungen zum Verfahren kann das Kultusministerium mit Schreiben an die TrĂ€ger der Einrichtungen, die Maßnahmen nach die-

ser Verwaltungsvorschrift durchfĂŒhren, geben.

6.6

Antragsformulare und Vordrucke

Die Antragsformulare und Vordrucke werden von der L-Bank zum Herun-

terladen unter der Adresse www.l-bank.de bereitgestellt.

7.

Elementare Förderung

Wird in Schritt 1 der Einschulungsuntersuchung ein intensiver Förderbe- darf in den Bereichen der mathematischen VorlĂ€uferfĂ€higkeiten oder der motorischen FĂ€higkeiten oder der sozial-emotionalen Kompetenzen fest- gestellt, verfolgt das Land das Ziel, diese Kinder in dem Kindergarten oder in der Tageseinrichtung mit altersgemischten Gruppen gemĂ€ĂŸ § 1 Absatz 1 Satz 2 Nummer 1 KiTaG durch die Qualifizierung von FachkrĂ€ften konti-

nuierlich und alltagsintegriert in folgenden Bereichen zu fördern:

Mathematische VorlÀuferfÀhigkeiten: Mengenvorwissen (Klassifikation, Seriation, Mengenvergleich, Simultanerfassung), Zahlenvorwissen (ZÀhl- fertigkeit, Arabisches Zahlwissen, Rechenfertigkeiten) und Zahleninforma-

tionsverarbeitungsgeschwindigkeit.

 

 

Motorische FĂ€higkeiten: Feinmotorik (Handgeschicklichkeit, Schreibmoto-

rik, Auge-Hand-Koordination) und Grobmotorik (Kraft, Koordination, Aus- dauer, Beweglichkeit).

Soziale und emotionale Kompetenzen wie Resilienz, Selbstregulation, Selbstbewusstsein und SelbststĂ€ndigkeit sowie das Erfahren von Selbst- wirksamkeit und das Leben sozialer Achtsamkeit sind in allen Förderbe- reichen mit zu berĂŒcksichtigen. Grundlage dafĂŒr ist die Förderung exekuti- ver Funktionen, das heißt der kognitiven FĂ€higkeiten mit deren Hilfe, Emo- tionen, Gedanken und Handlungen gesteuert werden. Diese haben einen wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung sozialer und emotionaler Kom-

petenzen.

Das Land unterstĂŒtzt nach Maßgabe besonderer Bestimmungen die Kin- dertageseinrichtungen bei der Umsetzung der Förderung durch Qualifizie- rungsmaßnahmen fĂŒr pĂ€dagogische FachkrĂ€fte in den Bereichen der ma- thematischen VorlĂ€uferfĂ€higkeiten, der motorischen FĂ€higkeiten und der sozial-emotionalen Kompetenzen. Diese dienen der Weiterentwicklung der pĂ€dagogischen Arbeit in der Kindertageseinrichtung in den genannten Be-

reichen.

8.

Inhaltliche Beratung

Die Überregionale Arbeitsstelle FrĂŒhkindliche Bildung Baden-WĂŒrttemberg beim RegierungsprĂ€sidium Stuttgart steht fĂŒr inhaltliche Fragen beratend

zur VerfĂŒgung.

FĂŒr Maßnahmen der SBS-Bildungskooperation steht die ARGE SBS zur

VerfĂŒgung.

9.

Übergangsbestimmungen

9.1

Die Zuwendungsvoraussetzung der Nummer 4.4.4 findet erstmals im För- derjahr 2020/2021 Anwendung. Bis zu diesem Zeitpunkt erfolgt die Fest- stellung, ob ein intensiver Sprachförderbedarf besteht, auf der Grundlage der EinschÀtzung der pÀdagogischen Fachkraft oder der Sprachförder-

kraft.

 

 

9.2

Die Zuwendungsvoraussetzung der Nummer 4.4.6.2 findet spÀtestens im

Förderjahr 2022/2023 Anwendung.

9.3

Die Förderung von Gruppen nach Nummer 4.4.6.3 Satz 2 in Verbindung mit Nummer 4.5.1 Satz 1 zweiter Spiegelstrich sowie die Nummer 7 ste- hen unter Vorbehalt des Beschlusses des Haushaltsgesetzgebers ĂŒber

die Bereitstellung der entsprechenden Mittel.

10.

Inkrafttreten und Geltungsdauer

Diese Verwaltungsvorschrift tritt mit Wirkung vom 1. August 2019 in Kraft und zum 31. Juli 2026 außer Kraft. Gleichzeitig tritt mit deren Inkrafttreten die Verwaltungsvorschrift des Kultusministeriums ĂŒber Zuwendungen zur Sprachförderung in allen Tageseinrichtungen fĂŒr Kinder mit Zusatzbedarf

vom 21. Juli 2015 (K. u. U. S. 334) außer Kraft.